BIKEPFLEGE FÜR PROFIS:

So reinigt man sein Bike gründlich und professionell

Jedes Mountainbike braucht nach einer längeren, intensiven Nutzung eine entsprechend gründliche Reinigung und Pflege. In diesen Tipps verraten wir, wie man sein Bike wie ein Service-Profi gründlich reinigt, wichtige Teile checkt und so unnötigen Verschleiß frühzeitig vermeidet.

Im Beitrag „Bikepflege für Faule“ hat ROTWILD Vertriebsleiter für Österreich und Tech-Support-Experte Danny Herz, schon erklärt hat, wie man ohne viel Aufwand und mit wenigen Utensilien sein Bike in nur 15 Minuten wieder fit macht. Doch auf Dauer kommt man um eine gründlichere Bikepflege nicht herum. Hier sind unsere zehn Tipps wie man seinem Mountainbike einen gründlichen Bikeservice verpasst.

Für die Profi-Bikepflege benötigt man folgende Utensilien

  • Einen Wasserschlauch oder alternativ einen Eimer Wasser.

  • Einen Schwamm und eine Bürste für die grobe Reinigung.

  • Einen alten Lappen und eine Ritzelbürste für das Reinigen des Antriebs.

  • Einen sauberen Lappen oder ein Mikrofasertuch für das Reinigen und Polieren des Rahmens.

  • Optional: Einen Montageständer in dem man das Rad zum Reinigen einspannen kann

  • Ein Multitool und einen Drehmomentschlüssel

  • Ein Center-Lock Schlüssel bzw. einen 25er Torx Schrauber zur Kontrolle der Bremsscheiben

Zudem folgende Mittel für die Fahrradpflege. Im ROTWILD Service verwenden wir überwiegend Produkte von Tunap Sports:

Profi-Bikepflege Schritt für Schritt

In den ersten beiden Schritten der Profi-Bikepflege wird das Rad vom gröbsten Dreck befreit und dann der Antrieb gereinigt. Hierbei geht man genau so vor, wie beim „Quick & Dirty“ Bike-Wash.

Jetzt spannt der Profi sein Bike in den Montageständer und legt los.

1. Ausbau und Reinigung der Laufräder

Ausgebaute Laufräder lassen sich gründlicher mit Lappen und Schwamm reinigen. Auch die Kassette lässt sich bei ausgebautem Hinterrad besser mit der Bürste putzen. In diesem Zuge kontrolliert man die Reifen auf mögliche Schäden, prüft das Profil auf den Laufflächen und Seiten und überprüft per Hand die Spannung der Speichen. Haben sich Speichen gelockert, sollte man als weniger erfahrener Schrauber sein Rad zum Service beim Fachhändler abgeben.
Auch die Festigkeit der Schrauben an den Bremsscheiben und ihre Dicke sowie andere Verschleißspuren wie Kerben an den Scheiben, werden kontrolliert. Beschädigte oder zu dünne Scheiben müssen ausgetauscht werden.

2. Gründliche Reinigung des Rahmens

Das Ausbauen der Laufräder ermöglicht die gründliche Reinigung des Rahmens, der Ausfallenden und der Gabel mit dem Schwamm und Lappen. In diesem Zuge kontrolliert man auch, ob das Schaltauge unversehrt und nicht durch einen Sturz beschädigt oder verbogen ist.

3. Reinigung der Bremsen

Bei ausgebauten Laufrädern lässt sich die Bremse komfortabel reinigen. Hierzu wird der Bremsenreiniger aufgetragen und mit einem Lappen, der durch die Bremse gezogen wird, gereinigt. Wer es noch gründlicher mag, baut die Bremse ab, entfernt die Bremsklötze und reinigt so gründlich die Bremskolben mit Lappen und Bremsenreiniger.

4. Federelemente reinigen

Tauchrohre und den Hinterbaudämpfer mit einem Lappen von Staub und Schmutz befreien und trocknen. Dann Tauchrohr, Dichtungsringe und Federelement einsprühen und den Reiniger kurz einwirken lassen. Gabel und Dämpfer 2-3 Mal ein- und ausfedern und abschließend mit einem trockenen Tuch das überschüssige Öl entfernen.

5. Akku reinigen

Akku ausbauen und alle Kontaktflächen mit E-Bikereiniger säubern. Auch den Gummistopfen der die Ladebuchse am Rahmen verschließt herausnehmen und die Buchse reinigen und trocknen.

6. Sattel und Sattelstütze reinigen und fetten

Schmutz zwischen Sattelklemme und Sattelreling ist häufig die Ursache für Knarzgeräusche. Deshalb wird der Sattel demontiert, die Klemme gereinigt und mit etwas Lagerfett wieder verschraubt. Die Sattelstütze wird komplett aus dem Sattelrohr gezogen, gereinigt, gefettet und in das gereinigte Sattelrohr geschoben.

Tipp: Bei Carbon-Rahmen und Carbon-Sattelstützen wird zum Schmieren eine Carbon-Paste verwendet. Diese Wartung sollte regelmäßig durchgeführt werden um ein „Festfressen“ der Sattelstütze im Sattelrohr zu vermeiden.

7. Vorbau, Steuersatz, Griffe, Schalthebel und Bremshebel prüfen

Alle Schrauben am Vorbau, Steuersatz, Schalt- und Bremshebel werden mit dem Drehmomentschlüssel auf festen Sitz kontrolliert. Auf jeder Schraube steht hierzu die Angabe des entsprechenden Drehmoments. Zeigt sich ein Spiel im Steuersatz so muss dieser zur Vermeidung von Lagerschäden wieder angezogen werden.

Tipp: Die Bremshebel sollte man nur „handfest“ anziehen, sodass diese sich im Falle eines Sturzes auf dem Lenker verschieben können. So bricht der Bremshebel bei Stürzen nicht ab.

8. Pedale und Kurbel prüfen

Oft sind die Pedale und ihre fehlende Schmierung im Gewinde die Ursache für „Knarzgeräusche“. Die Pedale werden mit der Bürste gereinigt und auf Schäden untersucht und im Idealfall kurz abgeschraubt und mit frischem Lagerfett wieder in die Kurbel eingeschraubt. Bei Klickpedalen werden zusätzlich die Schrauben am Klickmechanismus überprüft und die Federn des Mechanismus gereinigt und mit Kettenöl geölt.

Tipp: Auch die Klicker an den Schuhen auf Verschleiß und festen Sitz kontrollieren!

9. Laufräder einbauen und Antrieb ölen

Die Steckachsen der Laufräder werden mit Lagerfett versehen wieder eingeschraubt. Anschließend wird der Antrieb, wie beim „Quick & Dirty“ Bike-Wash beschrieben, eingeölt.

10. Rahmen polieren

Mit einem Lappen werden mögliche Ölspritzer aus dem vorherigen Arbeitsschritt entfernt. Dann trägt man die Rahmenpolitur mit einem sauberen Tuch dünn auf den Rahmen auf und poliert den kompletten Rahmen ein. So ist das Bike zusätzlich vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt.

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